Nach einem gefühlt drei Monate dauernden April genießen wir nun endlich das, was einen Sommer ausmacht: Heiße Tage, laue Nächte und natürlich Sonne satt! Doch wenn der Bikini aus dem Schrank kommt und wir uns am liebsten viele Stunden im Freien aufhalten, darf der Schutz unserer Haut nicht zu kurz kommen.

Schließlich wollen wir eine gesunde Bräune ohne Spannungsgefühl,
Rötungen oder sogar Blasen.
Ein Patentrezept für den perfekten Sonnenschutz gibt es nicht. Denn wie
in anderen Bereichen der Hautpflege sind die Bedürfnisse und Ansprüche
ganz unterschiedlich. naturalbeauty verrät, wie Sonnenschutz nach Maß
funktioniert.
Die Grundlektion: Vor was genau muss man sich eigentlich schützen?
Sonnenstrahlen bestehen aus ganz verschiedenen Wellenlängen. Ein
Großteil ihrer Zusammensetzung fördert das Wohlbefinden des Menschen.
Hüten sollte man sich aber vor den verbleibenden 6% , den UV-Strahlen.
Sonnenbrand und Hautkrebs gehen auf ihr Konto. Gemäß Colipa Guideline
muss Sonnenkosmetik deshalb nachweislich vor UVA- und UVB Strahlen
schützen – und zwar laut Empfehlung der EU-Kommission im
vorgeschriebenen UVA:UVB Wellenabsorptionsverhältnis von 1:3.
Anhand ihrer Merkmale, wie Struktur, Alter und Feuchtigkeitsgehalt, kann
man die Haut in verschiedene Zustände unterteilen. Und so wie die
großen Schwestern Gesichts- und Körperpflege bietet auch Sonnenkosmetik
heute maßgeschneiderte Lösungen. Angefangen bei Produkten für sensible
Haut, die auf Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe verzichten, bis hin
zu intensiven Feuchtigkeitsspendern reicht die breite Palette der
Sonnenpflege. Darüber hinaus spielt beim Sonnenschutz aber die
sogenannte Eigenschutzzeit und die Unterteilung in Hauttypen eine
wichtige Rolle:
Hauttypen und Sonnen-Empfindlichkeit
Unsere Haut vermag sich in gewissem Umfang selbst vor den negativen
Auswirkungen von Sonnenstrahlung zu schützen. Dabei bildet der Hauttyp
die Basis. Denn werden die angeborenen Schutzsysteme überschritten,
kommt es zum Sonnenbrand – das Maß ist also entscheidend. Zur
Orientierung dient die sogenannte Eigenschutzzeit der Haut. Das ist die
Zeitdauer, für die man im Laufe eines Tages die ungebräunte Haut der
Sonne maximal aussetzen kann, ohne dass die Haut rot wird. Weltweit
werden auf dieser Grundlage 6 Hauttypen mit unterschiedlicher
Empfindlichkeit für Sonnenlicht unterschieden:
* Hauttyp I hat besonders helle, extrem empfindliche Haut, viele
Sommersprossen und helle Augen. Das Haar ist rötlich oder hellblond.
Eine Bräunung tritt bei diesem Hauttyp so gut wie gar nicht auf –
bereits nach 5 bis 10 Minuten ungeschütztem Sonnenbad treten erste
Hautschäden in Form von Sonnenbrand auf. Hier empfiehlt es sich,
Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens LSF 30) zu
benutzen.
* Auch Hauttyp II hat eine helle Haut, die einen hohen
Empfindlichkeitsgrad aufweist. Die Augen sind meist blau, grün oder
grau, das Haar blond. Sommersprossen sind nicht selten, eine Bräunung
tritt nur langsam auf. Sonnenbrand-Gefahr besteht hier nach etwa 10 bis
20 Minuten ohne Schutz. Ein mittlerer bis hoher Lichtschutzfaktor
(mindestens LSF 25) ist zu empfehlen.
* Bei Hauttyp III ist die Haut vom Grundton bereits hellbraun. Die
Augenfarbe kann variieren und reicht von blau bis braun, das Haar ist
dunkelblond bis hellbraun. Sonnenbräune wird nur langsam erzielt, die
Eigenschutzzeit der Haut liegt bei 15 bis 25 Minuten. Ein mittlerer
Lichtschutzfaktor von 20 ist bei diesem Typ ausreichend.
* Hauttyp IV ist was Sonnenlicht angeht alles andere als eine
Mimose: Die Haut ist bereits braun und nur wenig empfindlich. Typ IV hat
dunkle Augen, braunes bis schwarzes Haar und erreicht schnell eine
tiefe Bräunung durch die Sonne. Die Eigenschutzzeit beträgt 20 bis 30
Minuten, beim Sonnenschutz sollte LSF 15 oder höher verwendet werden.
* Südländer werden in Hauttyp V eingestuft: Die Haut ist dunkel und
relativ unempfindlich, die Augen dunkel, das Haar schwarz. Ohne Schutz
kann dieser Hauttyp 60 Minuten in der Sonne verweilen. Danach wird auch
hier Schutzfaktor 15 empfohlen.
* Hauttyp VI kann sogar bis zu 90 Minuten ohne Schutz in die Sonne:
Die Haut ist schwarz und unempfindlich, auch die Augen und das Haar
extrem dunkel. Zur Erhöhung der Eigenschutzzeit ist LSF 15 notwendig.
Ausnahmen bestätigen die Regel
Die Einstufung der Hauttypen dient als eine Art Kompass für die
Sonnenpflege. Dennoch ist Vorsicht geboten: Bei höherem UV-Index
(Hochgebirge, Tropen) und bei reflektierender Umgebung (Wasser, Schnee,
Sand) ist die Eigenschutzzeit deutlich geringer! Bei vorgebräunter Haut
hingegen, allerdings nicht nach Anwendung von Bräunungscreme, kann die
Eigenschutzzeit auch höher ausfallen als vom Hauttyp vorbestimmt.
Eigenschutz plus Sonnencreme ergibt… was eigentlich?
Genau genommen wird die Eigenschutzzeit mal Lichtschutzfaktor der
Sonnencreme gerechnet. Das Ergebnis ist die maximal mögliche Zeit in der
Sonne ohne Sonnenbrand. Eine Eigenschutzzeit von 20 Minuten und ein
Lichtschutzfaktor 15 ergibt beispielsweise 300 Minuten mögliches
Sonnenbad. In Anbetracht zunehmender UV-Strahlung sollte diese Zeit zur
eigenen Sicherheit jedoch nur zu maximal zwei Dritteln ausgenutzt
werden.
Und übrigens: Der Zähler wird durch eisernes Nachcremen nicht auf Null
gesetzt! Alle an einem Tag erfolgten Aufenthalte in der Sonne sind immer
komplett zu berücksichtigen! Um zudem überhaupt den auf den Produkten
angegebenen Lichtschutz zu erreichen, ist eine Menge von etwa 3 EL Creme
für den kompletten Körper erforderlich.
Hier gilt also: Viel hilft viel. Und mit dem Sonnenbaden verhält es sich
generell wie mit vielen anderen Verlockungen im Leben – nur Genuss in
Maßen bleibt ohne Reue... naturalbeauty wünscht einen tollen Sommer!
Quelle: naturalbeauty.de
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