Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg.
Mahatma Gandhi
 
Gentle Touch – Warum Berührungen so gut tun  Per E-Mail empfehlen
Eine Hand, die auf der Schulter ruht, eine zärtliche Umarmung oder ein sanftes Streicheln übers Haar: Dass wir solche Berührungen als angenehmbild_1_fr_news.jpg empfinden, ist kein Geheimnis – doch warum tun uns solch wärmenden Gesten so gut? Und was geht dabei in unserem Köper vor? Berührungen sind Instinkte, die nicht nur uns Menschen gemein sind – auch im Tierreich kann man sie vielfältig beobachten: Häufig werden Jungtiere abgeleckt, Artgenossen liebkost und gestreichelt. Das gehört gleichermaßen zu den Grundbedürfnissen von Lebewesen wie das Atmen, Essen und Trinken. Zwar führt Berührungsentzug nicht unmittelbar zum Tod, aber er beeinträchtigt die Entwicklung, wird zur emotionalen Bürde und kann sich letztlich sogar körperlich auswirken. Denn jeder positive Kontakt mit unserer Haut beeinflusst den Hormonhaushalt, bewirkt nachweislich eine Senkung des Schmerzempfindens und baut Stress ab. Besonders das Hormon Oxytocin, das außerdem beim Stillen und beim Orgasmus seine Wirkung entfaltet, spielt dabei eine wichtige Rolle. Kein Wunder also, dass Streicheleinheiten uns rundum glücklich stimmen.


Gut, dass unser größtes Organ für das Empfinden der Kuschelreize so empfänglich ist: Auf den etwa bild_4_fr_news.jpgzwei Quadratmetern Haut, die ein Mensch besitzt, sind etwa fünf Millionen Sinneszellen verteilt. Darunter befinden sich  sogar spezielle „Streichelnerven“, also Sinneszellen, die auf langsame, gleitende Bewegungen reagieren. Über eine Direktverbindung schicken sie Signale an das Gehirnareal, dass für die Verarbeitung von Gefühlen zuständig ist. Da diese Reize quasi über einen eigenen Kanal transportiert werden, kommen sie auch dann ungehindert ans Ziel, wenn von der gleichen Hautzone beispielsweise Schmerzen empfunden werden.

Dank dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse werden Berührungen heute sogar als Therapiemethode eingesetzt: So kann zum Beispiel das Immunsystem von Aidskranken gestärkt und die Gedächtnisleistung von Alzheimerkranken erhöht werden. Auch Frühchen, die auf dem nackten Bauch ihrer Eltern liegen dürfen, wachsen schneller und legen eher an Gewicht zu als andere Frühgeburten. Berührungen sind also nicht nur gut für die Seele, sie stärken auch den Körper und seine Funktionen. Ebenso wirksam sind wohltuende Massagen: Besonders ganzheitliche Behandlungen stellen Berührungen und das Befinden von Körper und Seele in den Vordergrund. Sie sorgen nicht allein für Entspannung, sondern laden zugleich unseren „Wohlfühl-Akku“ wieder auf.


Doch leider wird unsere Gesellschaft immer berührungsärmer – für Umarmungen und wärmende bild_3_fr_news.jpgGesten nehmen wir uns nur selten Zeit. So kommt es, dass gerade Alleinstehende oder ältere Menschen mit geringen sozialen Kontakten Zuwendung an anderer Stelle suchen. Man kennt das Phänomen der netten älteren Damen, die fast täglich ihren Hausarzt aufsuchen, obwohl sie eigentlich gesund zu sein scheinen. Was viele belächeln, sollte uns eigentlich zu denken geben…

Die eher negative Entwicklung im zwischenmenschlichen Bereich hat aber auch Trends gefördert, die durchaus einen gewissen Fun-Faktor aufweisen:
Mutige können sich ihre Streicheleinheiten bei sogenannten „Free Hugs Campaigns“ oder „Kuschelpartys“ holen: Ersteres sind Verabredungen wildfremder Menschen in Fußgängerzonen – zu kostenlosen Umarmungen (= Hugs). Letzteres das Treffen ebenso unbekannter Zeitgenossen zum gemeinsamen Kuscheln in der Gruppe. Beide Trends kommen aus den USA, genauer gesagt aus New York. Nicht umsonst, denn der Big Apple ist Amerikas Single-Hauptstadt. Doch keine Angst: Hierbei geht es lediglich um den Austausch von Berührungen – kuscheln, umarmen, drücken und streicheln. Und es gelten klare Regeln: Die Kleidung bleibt an, es gibt keinen Sex und vor jeder Berührung ist zu fragen. Was für Außenstehende etwas schräg klingt, scheint für die Teilnehmer pures Glück und tiefe Zufriedenheit zu sein. Und es ist doch etwas Schönes nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen glücklich zu machen – denn zu jeder Berührung gehören schließlich mindestens zwei!

Quelle: naturalbeauty
 
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