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Süßer Schmerz besser erträglich
Australische Wissenschaftler fanden heraus, dass süße Gerüche die Toleranz gegenüber Schmerzen steigern. Zwar reduzieren die angenehmen Düfte den Schmerz selbst nicht, sorgen jedoch dafür, dass er länger auszuhalten ist. Johan Prescott und Jenell Wilkie führen diesen Effekt darauf zurück, dass der Geruch mit süßen Lebensmittel verbunden wird. Es ist schon seit Längerem bewiesen, dass Süßigkeiten die Ausschüttung körpereigener Schmerzmittel fördern und dadurch eine schmerzlindernde Wirkung haben können. Dass aber allein schon der Duft von süßen Speisen dazu führt, war bisher nicht bekannt.
Fest der Sinne
Vor Jahren noch mehr ein belächelter Claim der Esoterik, kann die Aromatherapie heute ernst zu nehmende wissenschaftliche Ergebnisse der Beeinflussung unserer Sinne vorweisen.
Er ist so fein, dass man ihn manchmal kaum wahrnimmt, aber er stimmt
ungemein fröhlich. Und er nimmt ganz gehörigen Einfluss auf unsere
Sinne. Denn kaum ein anderes sinnliches Erlebnis beeinflusst die Seele
so sehr wie der Duft. Das ahnte man immer schon. Doch erst seit ein
paar Jahren weiß man, weshalb. Seit nämlich in der Nasenscheidewand ein
sensibles Feld entdeckt wurde, das so genannte vasonormale Organ. Es
reagiert feinste Siganalstoffe und Spurenelemente von Düften, die
bewusst kaum wahrzunehmen sind. Von diesem sensiblen Flecken gelangen
die Duftsignale direkt in jenen Teil des Gehirns, der für Gefühle und
Erinnerungen zuständig ist - ins limbische System. Dort wird die
Produktion von Neurotransmittern angekurbelt, die für die Gedanken
zuständig sind und obendrein das vegetative Nervensystem steuern. Via
Hypophyse kommt auch noch Hormonausschüttung in Gang, alles dank
feinster Spurenelemente. Kein Wunder, dass die Aromatherapie jetzt
einen ungeahnten Aufschwung nimmt.
Vor ein paar Jahren noch war die Aromatherapie ein belächelter Zweig
der Esoterik. Mittlerweile kann sie ernst zu nehmende wissenschaftliche
Ergebnisse vorweisen. So lassen sich nicht nur die Träume von
Testpersonen durch wechselnde Düfte steuern, wie die Berkeley
University in den USA eruierte.
Deutliche Leitstungssteigerung
Mit Veilchenaroma in Klassenzimmer steigern sich die Leistungen von
Schülern (Studie der Pariser Sorbonne). Japanische Sekretärinnen
machten im Großversuch nur die Hälfte an Tippfehlern, wenn ein Hauch
von Zitrone im Raum hing - was seither in besseren japanischen Büros
zuverlässig der Fall ist. Und Wissenschaftler der Universität Kiel
ermittelten, dass ein wenig Pfefferminzöl, sanft auf die Schläfen
aufgetragen, die gleiche Wirkung erzielt wie ein gängiges synthetisches
Kopfschmerzmittlel. Und die emsig verschriebenen Breitband-Antibiotika
lassen sich nach einer Studie der London University vollkommen
nebenwirkungsfrei durch einen Mix an ätherischen Ölen von Thymian,
Oregano, Bohnenkraut, Zimt und Nelke ersetzen.
Gravierende Erfolge bei Infekten
Der Grund für die staunenswerte medizinische Wirkung der Düfte ist noch
lange nicht bekannt. Bis vor wenigen Jahren glaubte man, Pflanzen
entwickelten ihre Duftstoffe ausschließlich, um Bienen und
Schmetterlinge zum Bestäuben anzulocken. Inzwischen weiß man: Die
Pflanzen halten sich mit den ätherischen Ölen schädliche Mikroben,
Mikropilze und Viren vom Leib. Die flüchtigen Düfte wirken also erstens
antimikrobiell und antibakteriell. Deshalb lassen sich mit ihnen
Infektionskrankheiten behandeln. Und deshalb haben sie so frappierende
Erfolge bei grippalen Infekten, Herpes, Gürtelrose oder
Blasenentzündungen. Und zweitens wirken dieselben ätherischen
Lockstoffe, von denen sich arglose Schmetterlinge betören lassen,
wohltuend auch auf das menschliche Nervensystem. Sie geben den Impuls
zur Entspannung, Lockerheit und zu neuer Aufnahmebereitschaft.
Impulse für neue Power
Auch regen ätherische Öle die Produktion von körpereigenen Endorphinen
und Serotonin an; das sind milde euphorisierende Stoffe. Das
Schnuppererlebnis der Öle von Zeder, Ysop und Wacholder soll ein
hundertprozentiges Powersignal für Körper und Geist versenden. So haben
sich, anders als in Europa, japanische und amerikanische Unternehmen
die Gunst der Öle längst für eigene Belange zu Nutze gemacht: Per
Klimaanlage sollen Bergamotte, Grapefruit oder Petitgrain den
Montags-Blues in Büro-Silos vertreiben und euphorisierende Myrrhe
schädlilche Hemmungen von Gamblern in Spielcasinos vertreiben.
Längst hat sich in der amerikanischen Dienstleistungsgesellschaft der
Beruf des individuellen Duftberaters etabliert. Der verschreibt etwa
den Power-Mix aus Bergamotte, Neroli, Geranie und Eisenkraut für den
erfolgreichen Karrieretag, eine Melange aus Moschus, Sandelholz,
Ylang-Ylang für die abendliche Verführung oder den Stimmungsheller aus
Hyazinthe, Neroli und Minze für den lästigen Wochenendbesuch bei der
Schwiegermutter.
So schamlos trendmäßig wollen deutsche Aromaexperten nicht auftreten,
weil auch die Öle sehr individuelle Wirkungen hinterlassen. Mit der
Lebenserfahrung ändert sich auch das Repertoire der bevorzugten Düfte.
Einige, die früher als betörend empfunden wurden, erscheinen heute als
überflüssig oder sogar lästig. Sie waren eine Zeit lang Wegbegleiter
und stärkten etwas, wie etwa die Sinnlichkeit. Irgendwann ist die
Sinnlichkeit entwickelt, etwas anderes soll wachsen. Und damit muss
sich die Duftmischung ändern.
Der Mensch besitzt etwa 400 verschiedene Duftrezeptoren. Besteht ein
Duft aus vielen chemischen Komponenten, regt er mehrere Rezeptortypen
an. Über komplexe Reaktionskaskaden wird die Duftinformation in
elektrische Signale umgesetzt, die über einen langen Nervenfortsatz an
das Riechhirn weitergeleitet werden. Dort werden die elektrischen
Impulse analysiert und in ein neues Erregungsmuster übersetzt, um die
Informationen für höhere Gehirnzentren lesbar zu machen. Diese Zentren
können Gefühlsregungen, Erinnerungen, Hormonsteuerungen oder
immunologische Prozesse auslösen. Dabei kommt manchmal Verblüffendes
zutage:
Liebe geht durch die Nase: Selbst die Partnerwahl wird durch unseren
Geruchssinn und den Körpergeruch beeinflusst. Je größer die Diskrepanz
zwischen dem eigenen Duftprofil und dem eines potenziellen Partners
ist, desto attraktiver wird er empfunden. Studien haben ergeben, dass
Ehepaare, die sich scheiden ließen, zu annähernd 90 Prozent einen
ähnlichen Körpergeruch hatten.
Noch in anderer Hinsicht spielen Gerüche eine Rolle für die
Partnerschaft. Frauen scheiden während der fruchtbaren Tage in erhöhter
Menge so genannte Kopuline aus. Der Geruch dieser Fettsäuren treibt
beim Mann den Testosteronspiegel in die Höhe und steigert seine Lust
auf Sex.
Diese Aspekte der ofaktorischen Reizverarbeitung können entweder mit
physiologischen oder psychologischen Testmethoden untersucht werden.
Alles, was in der Riechstoffindustrie jedoch derzeit gemessen werden
kann, sind körperliche und emotionale Reaktionen, ohne dass vor allem
im psychologischen Bereich genaue Messeinheiten zur Verfügung stehen.
Warum es so schwer ist, Vorlieben für bestimmte Düfte in Worte zu
fassen, erklären Wissenschaftler damit, dass Gerüche im Gehirn eine
klare Begriffszuordnung haben. Es gibt nur erlebte Inhalte oder
sensorische Affekte. Eine Geruchswahrnehmung ist daher immer der Geruch
von "irgendetwas".
Quelle: beautypress - www.beautypress.de
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