Balsam für die Haut: Samen- und Basisöle
Hauthelfer naturreine Öle.
Ob Nachtkerzenöl, Granatapfelsamenöl, Mandel- oder Jojobaöl: Diese kostbaren Essenzen sind uns namentlich durchaus geläufig, findet man sie doch in nahezu allen Zutatenlisten hochwertiger Naturkosmetik.
Welche Bedeutung den Samen- und Basisölen aber tatsächlich zukommt und wie genau sie wirken, ist nur den Wenigsten bekannt.
Samenöle
Sie gehören zur Familie der fetten Pflanzenöle und sind echte
Hauthelfer: Durch ihre hydro-lipide Konsistenz werden sie besonders
schnell absorbiert, ohne einen Fettfilm zu hinterlassen. Ihre
körperverwandten Fettsäureester (Verbindungen verschiedener Fettsäuren)
können dank der molekularen Struktur besonders gut verstoffwechselt
werden – die Haut profitiert nahezu sofort von den nährenden
Eigenschaften.
Warum sind sie aber so wertvoll? Die Samen von Pflanzen dienen - anders
als ihre grünen Teile - als Reservoir für Lipide, Kohlenhydrate und
Proteine, die bei der Keimung in Energie umgesetzt werden und zum
Wachstum führen. Samen enthalten also die „gesammelte Lebenskraft“ der
Pflanze. Bei der Herstellung von Samenölen kommt deshalb nur die
besonders schonende Kaltpressung in Frage. Der hohe Anteil an
hautnährenden, mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Wirk- und
Vitalstoffen bleibt beim Verfahren der Kaltpressung NATIV ganz
natürlich erhalten. Hier wird mit niedrigem Pressdruck und ohne von
außen zugefügte Hitze gearbeitet. Bei höheren Temperaturen würde sich
zwar die Ölausbeute erhöhen, allerdings gehen die Fettbegleitstoffe
verloren. Da der Begriff Kaltpressung gesetzlich nicht geregelt ist,
haben sich Hersteller auf die Bezeichnung „nativ“ geeinigt. Von nativen
Ölen spricht man, wenn sie aus der ersten Pressung stammen, sortenrein
sind, weder extrahiert, noch raffiniert und – mit Ausnahme der
Filterung – nicht nachbehandelt wurden.
Native, biologische Samenöle werden eingesetzt, um die Haut bei
besonderen Pflegebedürfnissen zu unterstützen. Jetzt, wenn es draußen
kalt ist und drinnen Heizungsluft die Haut austrocknet, sind Samenöle
eine optimale Pflegelösung. Sie helfen bei Spannungsgefühl und
Feuchtigkeitsmangel und stärken gleichzeitig die Schutzbarriere der
Haut.
Den verschiedenen Arten von Basisölen kommt anhand ihrer Wirkung unterschiedliche Bedeutung zu:
Arganöl und Granatapfelsamenöl (zum Beispiel von PRIMAVERA) schützen
vor freien Radikalen und beugen so vorzeitiger Hautalterung vor. Sie
eignen sich besonders für anspruchsvolle Haut. Nachtkerzenöl und
Kameliensamenöl spenden trockener Haut intensiv Feuchtigkeit.
Sanddornöl, Traubenkern- und Wildrosenöl helfen bei der Regeneration
von reifer Haut, wobei letzteres besonders wirksam bei Hautirritationen
und Narben ist.
Basisöle
Auch die sogenannten Basisöle gehören zu den fetten Pflanzenölen.
Nativ, schonend kaltgepresst und naturbelassen bleiben sie in ihrer
natürlichen Zusammensetzung erhalten. Sie sind besonders reich an
essentiellen Fettsäuren, Lecithin und Vitaminen. Wie die Samenöle sind
auch Basisöle der hauteigenen Lipidstruktur sehr ähnlich. Ihre
bioaktiven Substanzen ziehen schnell in die Haut ein, stärken ihre
schützende Barriere nach außen und wirken zugleich als besondere
Feuchtigkeitsspender und -binder. Wie alle fetten Öle sollten sie auf
einer tonisierten Haut angewendet werden, da sie sich mithilfe eines
Voremulgators besser auf der Haut entwickeln. Pur oder gemischt mit
duftenden ätherischen Ölen eignen sie sich hervorragend für Massagen,
Bäder und die sanfte Gesichts- und Körperpflege. Wie die Samenöle
unterscheiden auch sie sich in ihrer Wirkung und den Anwendungsgebieten:
Aloe Vera und Jojobaöl spenden gereizter Haut intensiv Feuchtigkeit,
Aprikosenkernöl revitalisiert und erhöht die Elastizität der Haut.
Calendulaöl macht empfindliche Haut widerstandsfähiger und
Schwarzkümmelöl sorgt für einen gesunden Hautstoffwechsel.
Fazit
Gerade als Trägersubstanzen für Rezepturen pflegender Naturkosmetik
haben sich Samen- und Basisöle bewährt. Der Natur sei Dank – denn in
der konventionellen Kosmetik werden an ihrer Stelle häufig noch immer
Mineralöle eingesetzt. Bei Mineralölen handelt es sich um
Kohlenwasserstoffverbindungen, die aus fossilen Stoffen, wie
beispielsweise Erdöl gewonnen werden. Sie bilden einen okklusiven
Verbund, der sich wie ein Schleier auf die Haut legt. Ihre künstlichen
Glycerine entziehen der Haut Feuchtigkeit, hindern sie am Atmen und
beeinträchtigen damit auch den Hautstoffwechsel. Ihre Wirkung lässt
sich vor allem darin begründen, dass ihre Zusammensetzung
körperuntypisch ist und keine hydro-lipide Konsistenz wie bei den
Pflanzenölen besteht.
Auch Silikonöle, wie sie oftmals in Handcremes Einsatz finden, legen
sich lediglich wie ein Film auf die Haut. Die
Silizium-Sauerstoff-Einheiten sorgen zwar dafür, dass sie sich sofort
weich und geschmeidig anfühlt, täuschen einen tatsächlichen
Pflegeeffekt aber nur vor: Bereits nach dem ersten Händewaschen
verschwindet die oberflächliche Hülle wieder. Zurück bleibt
strapazierte Haut, die nun einen noch höheren Pflegebedarf hat als
zuvor.
Nichts eignet sich besser für die Hautpflege, als die reine Kraft der
Pflanzen. Denn kombiniert man die verschiedenen Gruppen pflanzlicher
Öle miteinander, ergibt sich eine Vielfalt an Anwendungsmöglichkeiten
für jeden Hauttyp und jedes Pflegebedürfnis. Außerdem: Naturrein und
fair gehandelt sind Samen- und Basisöle ein purer Genuss bei gutem
Gewissen.
Quelle: www.naturalbeauty.de
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